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Theaterwissenschaft (B.A.)

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Barbara Gronau, Professorin für Theorie und Geschichte des Theaters, Universität der Künste Berlin

Stellen Sie Ihren Beruf kurz vor: Wie sieht Ihr Berufsalltag aus (typische Tätigkeiten, Arbeitszeiten etc.)?

Die beiden Hauptbestandteile meiner Arbeit bilden Lehre und Forschung. Dazu gehören die Konzeption und Durchführung von Vorlesungen und Seminaren für die verschiedenen Studienfächer der Fakultät Darstellende Kunst sowie die wöchentlichen Kolloquien und Veranstaltungen mit den Doktorand*innen im Rahmen unseres Graduiertenkollegs. Zu den wiederkehrenden Forschungstätigkeiten gehören Reisen in Archive ebenso wie Konzeptionen von Tagungen oder Workshops mit zeitgenössischen Wissenschaftler*innen und Künstler*innen. Dazu kommt eine zunehmende Zahl von Arbeitsstunden in Prüfungs-, Beirats- oder Berufungskommissionen sowie Ausschuss- und Jurysitzungen. Die Herausforderung für Hochschullehrer*innen besteht heute meiner Erfahrung nach darin, die Zahl dieser administrativen Tätigkeiten nicht über die Zahl der Stunden des Lesens und Schreibens wachsen zu lassen.

Warum haben Sie sich seinerzeit für das Studium der Theaterwissenschaft entschieden?

Mein Interesse an dem Fach rührte zunächst einmal ganz elementar aus meiner Faszination für das Theater. Dabei hat mich weniger interessiert, selbst auf der Bühne zu stehen als vielmehr zu verstehen und zu beschreiben, was auf einer Bühne eigentlich passiert und warum das so starke Effekte haben kann. Im Hintergrund stehen dabei sicherlich meine frühen Erfahrung in den 1980er Jahren und der politischen Wende in der DDR, bei der das Theater eine wichtige Funktion für die Erfahrung einer anderen politischen Öffentlichkeit hatte.

Wann haben Sie sich für Ihren aktuellen Beruf entschieden und haben sich Ihre Erwartungen daran, ggf. aus Ihrer Zeit als Studierende erfüllt?

Genaugenommen habe ich mich zu keinem Zeitpunkt aktiv „entschieden“, Professorin zu werden. Dazu sind die Chancen und Umstände einer Berufung auf diesem sehr überschaubaren Arbeitsmarkt zu vage. Ich bin den klassischen Qualifikationsstufen einer wissenschaftliche Karriere gefolgt (Studienabschluss, Promotion, Juniorprofessur), habe aber zugleich mit großem Engagement im Bereich des Theaters gearbeitet (Dramaturgie, Kuratieren etc.). Meine Vorstellung von der Zukunft waren insofern offen, als ich vor allem im Bereich des zeitgenössischen Theaters, seinen Fragen und Herausforderungen arbeiten wollte. Welche institutionelle Form das annehmen würde, habe ich sehr lange bewusst offen gelassen.

Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das Sie während des Studiums für Ihren aktuellen Beruf gelernt haben?

Das Wichtigste, das ich gelernt habe, war die Frage zu ignorieren: „Was willst Du denn bitte mit Theaterwissenschaft später machen?“. Das Fach ist eben kein Ausbildungsberuf und das ist meiner Ansicht nach ein Vorteil, denn es ermöglicht einem, ganz unterschiedliche Felder, Interessen und Kompetenzen zu entwickeln. Darüber hinaus habe ich gelernt, dass wissenschaftliches Arbeiten vom tiefen Eintauchen in ein Thema ebenso lebt wie von dem Mut, eigene Fragen und Thesen zu formulieren. Nicht zuletzt habe ich durch die Arbeit in interdisziplinären Forschungszusammenhängen (wie dem SFB Kulturen des Performativen) gelernt, wie großartig es ist, mit Kolleg*innen aus anderen Fächern gemeinsam nachzudenken.

Welche Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben, die für Ihren jetzigen Beruf nützlich oder essentiell sind?

Sprachen sind wertvoll für die berufliche Vernetzung. Sie sind Brücken zu anderen Kontexten, Kulturen, Denkstilen. Außerdem rate ich unbedingt, Praktika im Theater zu machen. Um Theater wissenschaftlich beschreiben zu können, ist es sinnvoll, auf Proben gesessen zu haben.

Gibt es etwas im Studium, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ja, ich erinnere mich an den Unterricht bei Prof. Dr. Rudolf Münz (1931-2008), der mit uns - einer kleinen Gruppe von Studierenden – nach jedem Seminar (mittags!) in die Eckkneipe ging, um bei langen Virginiazigarren und Bier über die Schönheit der Commedia dell’ arte zu debattieren. Dieser Mann hat voll und ganz für das Theater gelebt. Er war wach und neugierig auf uns Studierende und hat in uns allen eine Begeisterung für die Geschichte des Theaters eingeprägt, die ich heute noch spüre.

Welchen Rat würden Sie Studienanfänger/innen geben, die später ebenfalls Ihren Beruf ausüben möchten?

Wenn es möglich ist, sollte man schon als Tutor*in Lehrerfahrungen während des Studiums sammeln, so merkt man früh, ob einem das Unterrichten wirklich liegt.